Nachhaltig einrichtigen und einrichten im eigenen Zuhause - Tipps für ein umweltfreundliches Zuhause

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5 Tipps für ein umweltfreundliches Zuhause

Nachhaltig einrichten und wohnen

Nachhaltig, umweltfreundlich, grün – diese Schlagworte sind heute aus nahezu keinem Bereich mehr wegzudenken, nicht zuletzt bei Wohnthemen. Das Problem: Viele Dinge tragen mittlerweile das Label „umweltfreundlich“ und entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Mogelpackung. Deshalb finden Sie hier 5 Tipps, wie Sie Ihr Zuhause tatsächlich nachhaltig einrichten und Ihren Alltag „begrünen“ können!

 

Qualität als Priorität

Gerade beim Einrichten ist die Versuchung groß, den Sparkurs einzuschlagen, kostet doch eine Kompletteinrichtung (und sei es „nur“ für ein Zimmer) schnell eine ordentliche Stange Geld. Dennoch stellen sich vermeintlich günstige Möbel oft schon nach wenigen Jahren als teuer heraus – nämlich dann, wenn Stühle wackeln, Regalbretter sich durchbiegen etc.

Mit qualitativ hochwertigen, langlebigen Möbeln sind Sie auf lange Sicht besser beraten. Aber was tun, wenn das Budget bei dieser Rechnung gerade nicht mitspielt?

Ganz einfach: Halten Sie die Augen nach gebrauchten Möbeln offen! Der Boho-Vintage-Look zählt nicht umsonst längst zu den beliebtesten Einrichtungsstilen – Möbel aus zweiter Hand haben Charakter und sind nachhaltig, denn sie müssen nicht erst neu produziert werden.

 

Kürzere Transportwege als Kaufkriterium

Nicht nur das Alter von Möbeln spielt eine Rolle, sondern auch das Material. Längst haben sich natürliche Materialien wie Holz etabliert. Aus gutem Grund, schließlich handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff.

Nachwachsend ist jedoch nicht gleich nachhaltig. Denn Holzmöbel sind nur umweltfreundlich, sofern sie aus heimischen Hölzern gemacht sind. Achtung: „heimisch“ heißt nicht automatisch „kurzer Transportweg“! Diese Bezeichnung sagt nur aus, dass der betreffende Baum theoretisch in Deutschland wachsen könnte. Schauen Sie daher nicht allein auf das Label „heimisches Holz“ – haken Sie stattdessen nach, ob es regionales Holz ist. Sehr gut stehen die Chancen bei heimischen Hölzern wie:

  • Eiche
  • Zirbe
  • Buche
  • Esche
  • Ahorn

Ein ideales Indiz ist es, wenn die Holzmöbel Qualitätssiegel wie den Blauen Engel, FSC oder Holz von Hier tragen!

Bei Tropenhölzern wie Teak, Mahagoni oder Palisander findet man diese Siegel nicht so schnell. Die exotischen Hölzer haben oft chemisch behandelte Oberflächen und stammen aus gerodeten Regenwaldgebieten – nicht gerade das, was man sich unter umweltfreundlich vorstellt.

Noch eine Anmerkung zu Holzsorten: Bambus wird gerne als eine sehr nachhaltige Variante angepriesen. Hier stellt sich allerdings die Frage, inwiefern man Transportwege als Kriterium miteinbeziehen will. Es stimmt zwar, dass Bambus sehr schnell nachwächst, aber eben nicht direkt vor der Haustür…

Vorsicht ist jedenfalls geboten, was Alltagsgegenstände aus Bambus betrifft. Das hat 2019 ein Test von Stiftung Warentest gezeigt: Die getesteten Bambus-Coffee-to-go-Becher enthielten Kunststoffanteile; teilweise gelangten durch die heiße Flüssigkeit sogar Schadstoffe aus der Verkleidung in das Getränk.

Die gute Nachricht: Sie können auch ganz ohne Bambus-Kaffeebecher den Haushalt nachhaltig gestalten. In der Infografik finden Sie ein paar Inspirationen und im Anschluss daran weitere Tipps!

 

Natürliche Stoffe statt Kunstfasern

Der Polyester-Zierkissenbezug, das günstige Sofa voller Klebstoffe und Formaldehyd, der Kunstfaserteppich auf dem Boden – Gegenstände wie diese schleichen sich allzu schnell zuhause ein. Machen Sie kurzen Prozess mit künstlichen Materialien! Setzen Sie ab jetzt bei Wohnaccessoires und Polstermöbeln auf Naturstoffe wie:

  • Leinen
  • Seide
  • Bio-Baumwolle

Bezüglich der Baumwolle sei gesagt: Der Anbau verbraucht sehr, sehr viel Wasser, ganz unbescholten ist dieser Stoff also auch nicht. Wichtig sind daher diese drei Folgekriterien:

  • Gütesiegel – Trägt das Produkt ein Siegel wie den Blauen Engel, das Goldene M oder ÖkoControl?
  • Langlebigkeit – Werden Sie das Baumwollprodukt lange genug verwenden, sodass der Produktionsaufwand gerechtfertigt ist? Oder wird die neue Baumwolltischdecke als eine von vielen im Schrank landen und nur einmal alle zwei Jahre ihren großen Auftritt erleben?
  • Arbeitsbedingungen – Ist es bei dem Preis realistisch, dass das Produkt unter fairen Bedingungen hergestellt wurde?

 

Der Faktor Energie: Strom und Wasser

Strom und Wasser zu sparen ist umweltfreundlich, sparsame LED-Leuchten und Mehrfachsteckdosen mit Schalter sind ein guter Anfang – all das ist nicht neu. Deshalb gilt es wieder einmal, das Ganze unter der Lupe zu betrachten:

  • Vergleichen Sie gründlich, ob ein Ökostrom-Anbieter wirklich nachhaltig handelt. Welches Prinzip steckt hinter der Stromgewinnung? Zahlt dabei letztendlich doch wieder jemand drauf und falls ja, wer?
  • Duschen ist nur dann besser als baden, wenn die Dusche nicht Unmengen an Wasser verbraucht. Nachhaltigkeit heißt, statt der Regenwalddusche lieber den wassersparenden Duschkopf zu wählen und das Wasser nicht laufen zu lassen, während man Shampoo einmassiert o. Ä.
  • Lesen Sie Testberichte und Checklisten (etwa von der Initiative Hausgeräte+), bevor Sie neue Elektrogeräte anschaffen! Die Geräte sollten mindestens Energieeffizienzklasse A++ aufweisen, ideal ist A+++. Alte, noch funktionstüchtige Geräte verschenken oder verkaufen Sie im besten Fall einfach weiter.

 

Wandgestaltung mit grünem Gewissen

Ein bisschen Farbe an den Wänden kann genau der Interior-Feinschliff sein, den ein Raum vielleicht noch gebraucht hat. Zartes Pastell hinter weißen Möbeln, tiefdunkles Moosgrün hinter goldumrandeten Spiegeln – bestimmt haben Sie schon ganz eigene Vorstellungen, wie „die perfekte Wand“ für Sie aussieht!

Achten Sie jedoch auf die Inhaltsstoffe der neuen Tapeten oder Wandfarbe(n). Unbedenklich sind Recyclingtapeten sowie Farben auf Basis von…

  • Kasein
  • Silikat
  • Lehm
  • Kalk    

Farben, die Formaldehyde, Weichmacher, Polypropylen etc. enthalten, sind hingegen ein No-Go – für Umwelt und Atemwege gleichermaßen.

Das war natürlich nur eine kleine Liste von Anregungen, wie mehr Nachhaltigkeit in die eigenen vier Wände einziehen kann. Sie wissen ja: Jeder kleine Schritt hilft.

Viel Spaß auf dem Weg zu einem grüneren Zuhause!

LaModula GmbH am 16.05.2020Wohnen
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