Steinfensterbänke
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Wie sieht gelebte Energieeffizienz im Alltag aus? André Schmitt berichtet im Interview über seine Erfahrungen mit seinem LUXHAUS Plusenergiehaus, seinen Stromverbrauch, die Eigenstromerzeugung und welche Vorteile das Konzept in der Praxis bietet.
1. Wie viel Strom verbraucht ein Plus-Energie-Haus? Wie viel Strom haben Sie im Jahr 2025 erzeugt?
Meine Photovoltaikanlagen auf dem Grundstück haben eine Leistung von rund 33,6 kWp – verteilt auf mehrere Teilanlagen im Mischbetrieb. Die Sonnenbatterie hat eine Kapazität von 22 kWh. Im Jahr 2025 konnte ich damit rund 31.500 kWh Strom erzeugen
2. Wie hoch war der Energieverbrauch bei Ihrem Einfamilienhaus und wie verteilt er sich auf die einzelnen Komponenten?
Verbraucht habe ich komplett ca. 14.500 kWh.
3. Sie haben sich damals für den Tarif „Sonnenflat“ entschieden, wie verhält es sich demnach mit Ihren Energiekosten?
Durch die SonnenFlat, welche uns im Jahr 2025 eine Freimenge von ca. 7.200 kWh Netzbezug im Tausch für den im Sommer eingespeisten Strom zusagte, habe ich keine Stromkosten generiert! Von dieser Freimenge waren am Ende des Jahres sogar noch ca. 5.000 kWh übrig. So bekamen wir etwa 1500 € Sonnenbonus zum Jahrsende ausgezahlt.
4. Ihr Haus erzeugt mehr Strom, als es letztendlich verbraucht – was ist Ihr persönliches Fazit zum Plus-Energie-Konzept?
Es ist ein unglaublich gutes Gefühl so einen großen Teil der benötigten Energie selbst zu erzeugen und keine Energiekosten mehr zu haben. Der Bonus am Ende des Jahres toppt das dann noch zusätzlich. Wir benötigen kein Gas, kein Öl und auch kein Benzin. Die knapp 20% Strom, die wir unterwegs für unsere Elektroautos zukaufen sind großenteils kostenlos aus unserem Supercharger-Guthaben und ebenfalls zu 100% Ökostrom.
Somit hatten wir letztes Jahr keinerlei Energiekosten und haben sogar noch ca. 1500 € eingenommen. Hätten wir im Vergleich den Strom zum Durchschnittspreis 2025 kaufen müssen (Google = 39,6 ct/kWh) hätte dies mit knapp 5.750 € zu Buche geschlagen. Das macht eine reine Stromkostenersparnis von ca. 7.250 € im Jahr 2025! Vom Benzin/Diesel sprechen wir da noch gar nicht, dann wäre der Spareffekt noch viel größer!
Ein Plusenergiehaus erzeugt über das Jahr gerechnet mehr Energie, als seine Bewohner verbrauchen. Während ein Passivhaus den Energiebedarf minimiert und ein Nullenergiehaus eine ausgeglichene Bilanz anstrebt, wird beim Plusenergiehaus i.d.R. ein Überschuss produziert.
Das Grundprinzip basiert auf drei Säulen:
Der Energieüberschuss kann ins öffentliche Netz eingespeist, in Batteriespeichern bevorratet oder für die Elektromobilität genutzt werden. Rechtlich wird ein Plusenergiehaus erreicht, wenn die jährliche Primärenergiebilanz positiv ausfällt – die Energieerzeugung also den Gesamtverbrauch übersteigt.
Der Weg zum Plusenergiehaus erfordert durchdachte Planung von Anfang an:
Standort und Gebäudeausrichtung
Die Lage entscheidet maßgeblich über den Erfolg. Ideal sind geneigte Dachflächen Richtung Ost-Süd-West, möglichst frei von Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude. Aber auch Flachdächer bieten heute hervorragende Möglichkeiten für Photovoltaik-Anlagen.
Effiziente Wärmedämmung
Die hochgedämmte Gebäudehülle der Climatic-Wand-Technologie verhindert den Verlust von Wärme - besser als es der Grenzwert vorschreibt. Die hocheffiziente Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung mit einem Wirkungsgrad von bis zu 90% minimiert außerdem die Lüftungswärmeverluste.
Haustechnik-Konzept
Herzstück ist meist eine Wärmepumpe, die weitestgehend mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben wird. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung reduziert Lüftungsverluste auf ein Minimum und unterstützt das angenehmes Wohnraumklima.
Photovoltaikanlage mit Speicher
Die Dimensionierung der PV-Anlage muss großzügig erfolgen – typischerweise sollte die Anlagengröße in kWp ca. dem doppelten, geplanten Verbrauch in MWh entsprechen. Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil deutlich und ermöglicht die Nutzung von Solarstrom auch nach Sonnenuntergang. Die Speicherkapazität sollte mindestens den nächtlichen Stromverbrauch im Sommerhalbjahr entsprechen.
Intelligentes Energiemanagement
Moderne Steuerungssysteme, sogenannte HEMS (= Home Energy Management System)optimieren den Energiefluss zwischen Erzeugung, Verbrauch und Speicherung. Sie können beispielsweise die Wärmepumpe dann laufen lassen, wenn Solarstrom verfügbar ist, oder Haushaltsgeräte intelligent ansteuern.
Wertsteigerung und Zukunftssicherheit
Energetisch hochwertige Gebäude erzielen deutlich höhere Verkaufspreise und finden schneller Käufer. Ein Plusenergiehaus erfüllt bereits heute Standards, die morgen möglicherweise Vorschrift sind – Nachrüstungen entfallen.
Die Gewissheit, energieautark zu leben und aktiv zum Klimaschutz beizutragen, schafft ein Gefühl von Sicherheit und Selbstbestimmung, das über den materiellen Wert hinausgeht.