Plusenergiehaus in der Praxis Erfahrungswerte

Interview mit André Schmitt über sein LUXHAUS Plusenergiehaus

Wie sieht gelebte Energieeffizienz im Alltag aus? André Schmitt berichtet im Interview über seine Erfahrungen mit seinem LUXHAUS Plusenergiehaus, seinen Stromverbrauch, die Eigenstromerzeugung und welche Vorteile das Konzept in der Praxis bietet.

 

1. Wie viel Strom verbraucht ein Plus-Energie-Haus? Wie viel Strom haben Sie im Jahr 2025 erzeugt?
Meine Photovoltaikanlagen auf dem Grundstück haben eine Leistung von rund 33,6 kWp – verteilt auf mehrere Teilanlagen im Mischbetrieb. Die Sonnenbatterie hat eine Kapazität von 22 kWh. Im Jahr 2025 konnte ich damit rund 31.500 kWh Strom erzeugen
 

2. Wie hoch war der Energieverbrauch bei Ihrem Einfamilienhaus und wie verteilt er sich auf die einzelnen Komponenten? 

Verbraucht habe ich komplett ca. 14.500 kWh.

  • Diese teilen Sie wie folgt auf:
    • ca. 3.300 kWh für die Heizung, Lüftung, Warmwasser und Kühlung
    • ca. 6.200 kWh Haushaltsstrom inkl. 2 Büroarbeitsplätze
    • ca. 5.000 kWh für zwei Elektrofahrzeuge (ca. 23.000 km jährlich, etwa 80 % davon zu Hause geladen)
       
  • Weitere Verbrauchsinformationen:
    • Wir haben das Haus im Sommer auf ca. 23,5°C gekühlt und im Winter auf ca. 22.5°C geheizt
    • Das Warmwasser wir normal einmal am Tag auf ca. 45°C erhitzt
    • Die Heizung läuft über ein EMI (Energie-Management-Interface) und wird vor allem in der Übergangszeit bei viel Sonne angesteuert um das WW auf ca. 53°C zu erwärmen und den Fußboden 1°C anzuheben. Dies erhöht den PV-Eigenverbrauch und spart geringfügig Bezugs-Strom.
    • Die Autos laden an Ladestationen, die ebenfalls smart angesteuert werden.
       
  • So konnte eine Eigendeckungsquote von ca. 85 % erreicht werden, 15% des Gesamtverbrauches mussten wir von außen beziehen!

    Grundsätzlich kann man sagen, dass Sie mit einer gut ausgelegten Photovoltaik-Anlage mehr Strom erzeugen als Sie verbrauchen. Normal verkaufen Sie den Überschuss nach EEG an den Grundversorger. Alternativ können Sie diesen auch an einen anderen Anbieter in der sog. Direktvermarktung abgeben, wie wir das in Verbindung mit unserem Speicherhersteller Sonnen machen.


3. Sie haben sich damals für den Tarif „Sonnenflat“ entschieden, wie verhält es sich demnach mit Ihren Energiekosten?

Durch die SonnenFlat, welche uns im Jahr 2025 eine Freimenge von ca. 7.200 kWh Netzbezug im Tausch für den im Sommer eingespeisten Strom zusagte, habe ich keine Stromkosten generiert! Von dieser Freimenge waren am Ende des Jahres sogar noch ca. 5.000 kWh übrig. So bekamen wir etwa 1500 € Sonnenbonus zum Jahrsende ausgezahlt.


4. Ihr Haus erzeugt mehr Strom, als es letztendlich verbraucht – was ist Ihr persönliches Fazit zum Plus-Energie-Konzept?

Es ist ein unglaublich gutes Gefühl so einen großen Teil der benötigten Energie selbst zu erzeugen und keine Energiekosten mehr zu haben. Der Bonus am Ende des Jahres toppt das dann noch zusätzlich. Wir benötigen kein Gas, kein Öl und auch kein Benzin. Die knapp 20% Strom, die wir unterwegs für unsere Elektroautos zukaufen sind großenteils kostenlos aus unserem Supercharger-Guthaben und ebenfalls zu 100% Ökostrom. 

Somit hatten wir letztes Jahr keinerlei Energiekosten und haben sogar noch ca. 1500 € eingenommen. Hätten wir im Vergleich den Strom zum Durchschnittspreis 2025 kaufen müssen (Google = 39,6 ct/kWh) hätte dies mit knapp 5.750 € zu Buche geschlagen. Das macht eine reine Stromkostenersparnis von ca. 7.250 € im Jahr 2025! Vom Benzin/Diesel sprechen wir da noch gar nicht, dann wäre der Spareffekt noch viel größer!

 

Was ist eigentlich ein Plus-Energie-Haus?

Ein Plusenergiehaus erzeugt über das Jahr gerechnet mehr Energie, als seine Bewohner verbrauchen. Während ein Passivhaus den Energiebedarf minimiert und ein Nullenergiehaus eine ausgeglichene Bilanz anstrebt, wird beim Plusenergiehaus i.d.R. ein Überschuss produziert.

Das Grundprinzip basiert auf drei Säulen:

  • Minimaler Energiebedarf durch optimale Gebäudehülle und Dämmung
  • Effiziente Haustechnik für Heizung, Warmwasser und Lüftung
  • Regenerative Energieerzeugung vor Ort, typischerweise durch Photovoltaikanlagen

Der Energieüberschuss kann ins öffentliche Netz eingespeist, in Batteriespeichern bevorratet oder für die Elektromobilität genutzt werden. Rechtlich wird ein Plusenergiehaus erreicht, wenn die jährliche Primärenergiebilanz positiv ausfällt – die Energieerzeugung also den Gesamtverbrauch übersteigt.

 

Voraussetzungen für den Bau eines Plusenergiehauses

Der Weg zum Plusenergiehaus erfordert durchdachte Planung von Anfang an:

  • Standort und Gebäudeausrichtung

    Die Lage entscheidet maßgeblich über den Erfolg. Ideal sind geneigte Dachflächen Richtung Ost-Süd-West, möglichst frei von Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude. Aber auch Flachdächer bieten heute hervorragende Möglichkeiten für Photovoltaik-Anlagen.

     

  • Effiziente Wärmedämmung

    Die hochgedämmte Gebäudehülle der Climatic-Wand-Technologie verhindert den Verlust von Wärme - besser als es der Grenzwert vorschreibt. Die hocheffiziente Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung mit einem Wirkungsgrad von bis zu 90% minimiert außerdem die Lüftungswärmeverluste. 

     

  • Haustechnik-Konzept

    Herzstück ist meist eine Wärmepumpe, die weitestgehend mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben wird. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung reduziert Lüftungsverluste auf ein Minimum und unterstützt das angenehmes Wohnraumklima. 

     

  • Photovoltaikanlage mit Speicher

    Die Dimensionierung der PV-Anlage muss großzügig erfolgen – typischerweise sollte die Anlagengröße in kWp ca. dem doppelten, geplanten Verbrauch in MWh entsprechen. Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil deutlich und ermöglicht die Nutzung von Solarstrom auch nach Sonnenuntergang. Die Speicherkapazität sollte mindestens den nächtlichen Stromverbrauch im Sommerhalbjahr entsprechen.

     

  • Intelligentes Energiemanagement

    Moderne Steuerungssysteme, sogenannte HEMS (= Home Energy Management System)optimieren den Energiefluss zwischen Erzeugung, Verbrauch und Speicherung. Sie können beispielsweise die Wärmepumpe dann laufen lassen, wenn Solarstrom verfügbar ist, oder Haushaltsgeräte intelligent ansteuern.

     

Die Vorteile im Detail

 

  • Wirtschaftliche Unabhängigkeit
    Gute geplante Plusenergiehäuser können Autarkiegrade von über 80% erreichen und machen damit weitgehend unabhängig von steigenden Energiepreisen. Die Investition in Energieeffizienz und Erzeugungsanlagen amortisiert sich über die deutlich reduzierten Betriebskosten meist in wenigen Jahren.
     
  • Ökologischer Fußabdruck
    Ein durchschnittliches Plusenergiehaus vermeidet jährlich mehrere Tonnen CO₂-Emissionen im Vergleich zu konventionell beheizten Gebäuden. Fossile Brennstoffe werden nahezu überflüssig, stattdessen wird bevorzugt die unbegrenzt verfügbare Sonnenenergie genutzt. Der Energieüberschuss, der ins Netz eingespeist wird, versorgt auch die Nachbarschaft mit sauberem Strom.

    In Kombination mit unserem ökologischen Baumaterial Holz entsteht ein ganzheitlich nachhaltiges Wohnkonzept.
     
  • Wertsteigerung und Zukunftssicherheit
    Energetisch hochwertige Gebäude erzielen deutlich höhere Verkaufspreise und finden schneller Käufer. Ein Plusenergiehaus erfüllt bereits heute Standards, die morgen möglicherweise Vorschrift sind – Nachrüstungen entfallen. 

    Die Gewissheit, energieautark zu leben und aktiv zum Klimaschutz beizutragen, schafft ein Gefühl von Sicherheit und Selbstbestimmung, das über den materiellen Wert hinausgeht.

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